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Der Maulwurf und das Buschwindröschen
An der Biegung eines schmalen Weges wuchs ein junges, zartes Buschwindröschen. Es war ein hübscher, sonniger Platz. Und kein bisschen langweilig war es da.
Nun kam an einem Sommertag der Maulwurf Theobald über die Wiese. Tolle Gegend, dachte er, hier lässt es sich leben. Und schon schwang er seine Schaufelarme hin und her und grub mächtige Berge Erde aus dem Boden. Nach einigen Stunden hatte Theobald einen langen Gang gegraben und wühlte sich auf der anderen Seite wieder nach oben. – Da hörte er ein winziges Stimmchen gar jammervoll sagen: „Ach, nun gräbt er mir die ganze Erde weg, und ich habe keine Nahrung mehr für meine Wurzeln!“ Der Maulwurf Theobald traute seinen Ohren nicht. „Wer spricht denn da?“ rief er laut und legte den Kopf schief, um besser hören zu können.“Ich bin es, das Buschwindröschen“, piepste es schwach. Maulwurf Theobald schlurfte über seinen Erdhügel. „Sei nicht böse“, brummelte er in seinen schwarzen Samtpelz, „ich hab’s ja nicht absichtlich getan. Gleich bringe ich das in Ordnung.“ – Und schon verschwand er wieder eilends im Boden. Es dauerte nicht lange, und das Buschwindröschen fühlte wieder Erde um seine Wurzeln. Zum Dank entfaltete es eine besonders schöne Blüte, und alle, die sie sahen, freuten sich. Der Maulwurf Theobald natürlich auch.
 
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Biegung schmalen Weges
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