Gedichte und Texte für jeden Anlass...
Menschliches Elende
Was sind wir Menschen doch! ein Wonhauß grimmer Schmertzen?
Ein Baal des falschen Glücks, ein Irrliecht dieser Zeit,
Ein Schauplatz aller Angst, und Widerwertigkeit,
Ein bald verschmelzter Schnee, und abgebrante Kertzen /

Diß Leben fleucht darvon wie ein Geschwätz und Schertzen.
Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid,
Und in das Todten Buch der grossen Sterbligkeit
Längst eingeschrieben sind; find uns auß Sinn' und Hertzen:

Gleich wie ein eitel Traum leicht auß der acht hinfält,
Und wie ein Strom verfleust, den keine Macht auffhelt;
So muß auch unser Nahm, Lob, Ehr und Ruhm verschwinden.

Was itzund Athem holt; fält unversehns dahin;
Was nach uns kompt, wird auch der Todt ins Grab hinzihn,
So werden wir verjagt gleich wie ein Rauch von Winden.
 
Sie müssen angemeldet sein, um bewerten zu können.
JETZT anmelden
Es wurde noch nicht abgestimmt!

Schlagwörter

Elend
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.
JETZT anmelden
Kommentare:
#{username} schrieb am #{date} um #{time}
 
#{text}
Bisher keine Kommentare vorhanden