Gedichte und Texte für jeden Anlass...
Fasst Mut ihr schoene Seelen zu
Fasst Mut, ihr schöne Seelen,
zu widerstehn der blöden Welt,
die euch mit Schelten pflegt zu quelen,
und aller wohl-lust widerbellt.

Sie setzt den Lastern straks zur Seiten
das allerliebste Lebenslicht,
und weil sie flüht die Lieblichkeiten,
lebt sie auch selbst im Leben nicht.

Verflucht die Torheit dieser Leute,
die nur aus bloßem Schwermut rührt,
und wählt der mehr beglückten Seite,
da ihr nichts als Vergnügung spürt.

Auf! lasst die Augen lächlend fechten,
umhalset, schertzet, hertzt und küsst,
und spielt auch selbst bei allen Nächten
was für ein Spiel euch mehr gelüst.

Besucht aus süßen Rasereien,
das edle volk der Liebeslust,
das euch im Kummer kann erfreuen,
und letzet Lippen, Hand und Brust.

Es ist ein Volk von sanften Sinnen,
das eher flöht um eure Gunst,
das eher sucht euch zu gewinnen,
als dass es spottet eurer Brunst.

Sprecht sie nur an ohn alles Sorgen,
so werden eure Dienste sein
erwidert bei dem ersten Morgen,
der auf mich wirft den Gnadenschein.

Ob auch bei so versüßtem Leben,
gleich sollt' ein herber Gleitsmann sein,
so gibt die Lust, darin wir schweben,
der Seelen Lindrung aller Pein.

Das willig-angetane Krunken,
das Seufzen mit entzücktem Mut,
die halb-verloschne Lebensfunken,
die seind es, was uns Dampf antut.

In so verzuckertem Gefechte,
in solcher süßen Sinnenpein,
möcht' ich wohl alle Tag und Nächte
bis in den Tod begriffen sein!
 
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Fasst schoene Seelen
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