Gedichte und Texte für jeden Anlass...
Die Wahl
Der Körper hatte sich geschworen,
ein Chef wird von uns auserkoren.

Das Herz das meldet sich sofort,
ich bin das wichtigste am Ort.
„Denn wenn ich einmal nicht mehr bin,
dann ist der ganze Mensch dahin.“

Die Lunge mischt sich auch gleich ein.
„Ich lasse hier die Frischluft rein,
und geb’ sie weiter an das Blut,
ich bin der Boss, ich tu euch gut.“

„Wählt mich,“ rief es nun aus der Stirn,
„schließlich bin ich das Gehirn.“
„Ich bin hier der Steuermann,
ohne mich seid ihr arm dran.“

Auch die Niere und der Magen,
hatten einiges zu sagen.
Auch jedes andere Organ,
pries sich nun ausgiebig an.

Und plötzlich aus des Körpers Mitte,
sprach es plötzlich „Bitte, bitte“.
„Gerne wär’ ich euer Boss,
doch bin ich nur der Hintern bloß.“

Der Leib begann zu jubilieren.
„Du bist ein Arsch und willst regieren?
Wie sähe das im Ernstfall aus?
Bei dir kommt doch nur Scheiße raus.“

„Was,“ sagte er „ihr wollt mich nicht?“
„Dann streik’ ich jetzt und mache dicht.“

Als er diese Tat vollbracht,
hat keiner mehr so laut gelacht.
Der Darm wurd’ dick und blähte sich,
das Auge trat aus dem Gesicht.

Der Magen wurde klein im Krampf.
Die Lunge kämpfte einen Kampf.
Die Atemluft, die wurde knapp,
das Herz, das machte auch bald schlapp.

Benebelt, fast dahingerafft,
sagt das Gehirn mit letzter Kraft.
„Ok, du Arsch, der Chef bist du,
nur bleibe jetzt nicht länger zu.“

Ein Arsch wurde zum Chef ernannt,
ist das nicht irgendwie bekannt?
 
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