Gedichte und Texte für jeden Anlass...
Herbstakkorde
Laublose Aeste
strecken die Bäume
wie flehend erhobene
Hände gen Himmel,
und wo ich schreite:

zu meinen Füßen
ein dürres Rascheln,
als glitte zur Seite
mir leicht der Tod . . .

Im Hauch des Nordwinds
flattert hoch oben
im Wipfel der Eiche
das letzte Blatt.

Wehe hernieder,
einsames Blatt!

Nieder zum Staub
müssen die bunten
schimmernden Kinder des Lenzes alle;
nieder zum Staub
müssen die seligen
Blütenträume des Menschenherzens,
müssen die stolzen
Lichtgedanken der Menschenstirne -
und er selber, der Mensch,
der hochgewaltige, seelenbegabte
Erdgebieter,
nieder muß er,
nieder zum Staub!

Du kennst sie, die ewigen
wandellosen Gewalten -
was sträubst du dich?!

Schärfer weht der Nordost.
Durch kahles Gezweig
kichert und pfeift
sein eisiges Gelächter . . .

Einsames Blatt,
du sinkst!
 
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Laublose Aeste strecken Baeume
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