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- Gerhard Tersteegen (1697 - 1769) -
Herkunft: Moers, Deutschland
Gerhard Tersteegen war ein deutscher Theologe, niederrheinischer Prediger, Seelsorger, Schriftsteller, bedeutender Kirchenlieddichter und Mystiker des reformierten Pietismus.
Tersteegen stammte aus einem frommen Elternhaus. Der Vater verstarb früh. Nach dem Besuch der Lateinschule in Moers ging Tersteegen 1713 zu einem Schwager nach Mülheim, um Kaufmann zu werden, zog sich dann aber bereits 1719 wieder aus dem Beruf zurück, um sich als Bandweber in kärglicher Armut und Einsamkeit weiterbilden zu können. So wurde er Laientheologe und der einzige Mystiker des reformierten Pietismus, in dem er u. a. Schriften katholischer Mystiker wie Teresa von Ávila übersetzte.
Ab 1728 wirkte Tersteegen dann als Prediger und beeinflusste so maßgeblich die junge protestantische Erweckungsbewegung. Sein Büchlein Geistliches Blumengärtlein inniger Seelen von 1729 bringt Kirchenlieder, von denen manche noch heute gesungen werden: "Ich bete an die Macht der Liebe", "Gott ist gegenwärtig", "Jauchzet ihr Himmel, frohlocket ihr Engel in Chören". Die letzte Strophe von "Ich bete an die Macht der Liebe" wurde 1822 von Dmytro Bortnjanskyj vertont und am russischen Zarenhof eingeführt. Nach langen Umwegen bildet sie heute einen Bestandteil des Großen Zapfenstreichs der Deutschen Bundeswehr.
Ein nicht unwichtiger Teil seiner Nächstenliebe bestand in der Ausübung der Heilkunst. Tersteegen mischte Hausmittel zusammen und verteilte sie unentgeltlich an Bedürftige. 1723 forderte dann ein Gesetz, dass nur Fachleute Arzneien herstellen dürfen. Tersteegen gelang es, den Nachweis seiner Kenntnisse zu erbringen. Schwerere Fälle wurden von ihm aber an die Ärzte der Universität Duisburg verwiesen.
In vielen Städten, gerade in Nordrhein-Westfalen, tragen soziale Einrichtungen, wie Pflege- und Krankenhäuser, auch Altenheime und Gemeindehäuser den Namen von Gerhard Tersteegen. Das wohl bekannteste Tersteegen-Haus ist sein Wohnhaus in Mülheim an der Ruhr (Teinerstraße 1), das er 1746 erwarb und in dem er bis zu seinem Tod wohnte. Heute ist dort das Mülheimer Heimatmuseum angesiedelt. Es zeigt neben seinen Werken Exponate bekannter Mülheimer Künstler.
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Herr Christ, nun breite die Arme aus
und segne unser liebes Haus!
Behüt di...
Gerhard Tersteegen
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